Summary:
7.1 Introduction
7.2 Literary texts and language awareness
7.3 Literary texts and Cultural awareness
7.4 Selection of texts
7.1 Introduction
It is envisaged in the senior cycle syllabus that learners would be exposed to some literary texts in the target language. Literature in particular encourages an affective involvement through personal response and so promotes the students' personal development. While language gives access to literature, literature is an authentic example of how language functions. Learners' linguistic competence can be enhanced by learning to identify communicative function and the way this is realised in literary texts. Therefore the General Activity/Themes the syllabus, as weil as requiring students to:
- Read modern literary texts (notably novels, short stories, poems and plays) in the target language alm also to develop their awareness of how communicative function is achieved in such texts through activities like:
- Exploring target language texts as sources of linguistic information/illustration
- Identifying meanings present but not overtly expressed in such a text
- Appreciating the tone of such a text, etc.
7.2 Literary texts and language awareness
The development of such language awareness skills can aid the language learning process, widen the learners' experience and enhance his/her enjoyment from reading. These skills can be fostered by encouraging students through activities designed to help them to understand language as a specific linguistic variety, as the symbolisation of the author's vision etc. Literary texts can also be used as a source for grammar-focused activities as in the following example:
7.3 Literary texts and cultural awareness
The learners' cultural awareness can also be promoted through reading literary texts. Foreign literature offers students an insight into the culture of the target language community and literature provides access to culture in a meaningful, contextualised and authentic way. The Cultural Awareness component of the syllabus contains numerous suggestions for methodological approaches of literary texts in this regard e.g. understanding literary texts dealing with aspects of the life of a target language community including:
- everyday life
- folklore and traditional customs
The approaches suggested in the syllabus therefore aim to go beyond plot, character and content and to continue both an affective and intellectual interaction with the text.
7.4 Selection of texts
It is essential that the selection of texts reflect linguistic and conceptual appropriateness if learners are not to remain indifferent and uninterested. It might be possible in some cases for students to be involved in the selection of texts on the basis of prior consideration of selected extracrs. Learners should also be encouraged to consider taking up the option (where available) ofengaging in project work based on literary texts. In oral work in the classroom students should be encouraged to discuss foreign literary texts they have read.
In order to complete the exercise accompanying the text in this example, 'Die Fran mit der Gitarre', learners have to infer the kinds o f people they are from relevant detail in the text and the behaviour o f the characters:
ascha war der schlimmste Junge im Viertel. Er rief Schimpfwörter hinter den Leuten her und raufte mit allen Jungen, er schwänzte oft die Schulè~ß Blumen aus den Vorgärten und klaute zuweilen eine Apfelsine aus Frau Beyers Obstladen. Fast immer lief ihm die Nase. ùEin unausstehlicher Bursche", sagte Frau Beyer, und das fanden alle. Das fanden sogar seine Eltern. Weil ihn niemand mochte, hatte er auch keine Freunde. Und weil er keine Freunde hatte und immer allein herumstrolchen mußte, wurde er immer unausstehlicher. ùEr ist selber schuld daran, daß niemand mit ihm spielen will", sagten die Kinder im Viertel. ,Warum ist er auch so böse!" Die sind schuld daran, daß ich so bin, dachte Sascha. Niemand will was mit mir zu tun haben. Im Viertel gab es noch jemanden, der allein war. Das war die alte Elisabeth in der Mouergasse. Sie konnte nicht mehr gehen, seit sie unter ein Auto geraten war. Das war schon viele Jahre her. Seitdem saß sie in einem Rollstuhl und hatte für ihre Verwanden und auch für fremde Leute gestrickt. Aber mit der Zeit waren ihre Augen immer schlechter geworden, bis sie gar nichts mehr sehen konnte. Jetzt war sie blind und konnte nicht mehr stricken. Ihre Schwester oder ihr Schwager schoben sie im Rollstuhl
In the following exercises learners are asked to identify the feelings of characters towards one another and the transformation of these feelings as the story unfolds. They are then asked to discuss at an abstract level how such themes as war and peace relate to the story.
jeden Morgen nach dem Frühstück, wenn es nicht gerade regnete oder schneite, unter das Vordach hinter dem Haus und drückten ihr ein Tütchen Bonbons in die Hand. Erst zum Mittagessen holten sie sie wieder herein. Den Nachmittag verbrachte die alte Elisabeth auch wieder einsam hinter dem Haus in dem winzigen Gärtchen. Niemand unterhielt sich mit ihr, niemand beschäftigte sich mit ihr. Wozu lebe ich noch, dachte sie. Ich tauge zu nichts mehr. Ich wollte, ich wäre tot. Da geschah es durch einen Zufall, daß Sasch« und Elisabeth, die beiden Einsamen des Viertels, plötzlich zusammenfanden. Das kam so: Sascha, ewig herumstreunend, kletterte a n einem sonnigen Vormittag, als alle anderen Kinder in der Schule waren, aus purer Neugier über die Reste der alten Stadtmauer, gerade dort, w o Elisabeth verlassen im Gärtchen saß. Sie konnte zwar nichts sehen, aber u m so besser hören. Sie hörte jemanden die Nase hochziehen. ùIst da wer?" fragte sie. ùNiemand, du blöde Eule", antwortete er. Elisabeth war so überrascht und froh, daß sie Saschas freche Antwort überhörte. Eine Kinderstimme hatte ihr geantwortet, ein Kind war zu ihr gekommen - wo sie doch Kinder so gern hatte! ùWie schön, daß du mich besuchst", sagte sie. Sascha war sprachlos: Er hatte sie blöde Eule genannt, und sie freute sich trotzdem? Noch nie hatte e r erlebt, daß sich jemand freute, wenn er auftauchte. Er wich an die Mauer zurück, hinter der er den Kirchplatz wußte. Die Zwille, die er schon aus der Hosentasche gezogen hatte, um die alte Frau mit Steinchen zu beschießen, ließ er wieder verschwinden. Schließlich konnte er nicht auf sie schießen, wenn sie sich freute, ihn zu sehen. ùIch heiße Elisabeth", sagte die Frau im Rollstuhl. ,Und du? " Sascha nannte verlegen seinen Namen. ùAch, Sascha', sagte Elisabeth, , du glaubst gar nicht, wie froh ich bin, daß du mir ein bißchen Gesellschaft leistest. Magst du vielleicht ein Bonbon?" Das mochte er, und schon war er neben dem Rollstuhl. ,Du mußt entschuldigen, wenn ich vielleicht manchmal an dir vorbeischaue", sagte Elisabeth. ,Ich sehe nämlich nichts." Das ist ein Trick, dachte Sascha mJfitrauisch und streckte ihr die Zunge heraus. Aber sie zeigte sich weder erschreckt noch entrüstel. Das verwirrte ihn.
ùGar nichts?" fragte e r bestürzt. ùNichts", antwortete sie. ùDafür höre und fühle und rieche ich besser als andere Leute. Reich mir mal deine Hand. A n deiner Hand kann ich fühlen, wie alt du ungefähr bist." Sascha gab ihr seine schmutzige Hand. Sie nahm sie zwischen ihre runzeligen Hände und dachte einen Augenblick nach. ùAcht", sagte sie. ùStimmt", antwortete er erstaunt. ùDas könnte ich nicht." ùDu hast ja auch keine Übung im Blindsein", sagte sie. ùUnd du hast noch nicht so viele Kinderhände in deiner Hand gehabt wie ich. Ich habe sechs Jahre in einem Kinderkrankenhaus gearbeitet, und außerdem hatte ich ja auch vier eigene Kinder." ùWohnen die da drin?" fragte Sascha und zeigte mit dem Kinn zum Haus hinüber. ù 0 nein", antwortete Elisabeth und seufzte. ,Gerda ist mit neun Jahren a n Scharlach gestorben, und die Jungen sind im Krieg gefallen." Sascha betrachtete sie eine Weile nachdenklich, dann fragte er. ùUnd warum sitzt d u in so einem Wagen?" ùMein Rücken ist kaputt, meine Wirbelsäule." ùIst eine Bremse dran?" fragte e r interessiert. ùJa", sagte sie und tastet nach d e r Bremse. ùAber ich stehe ja nur immer hier im Gärtchen." ùWenn du willst", sagte Sascha zögernd, ùfahre ich dich mal im Garten rum." ùDas wäre herrlich", seufzte Elisabeth, ùwenn ich ein bißchen näher an die Rosen herankäme. Sie duften so." Sascha löste die Bremse und schob Elisabeth durch das Gärtchen. Dabei ahmte er die Geräusche eines Autos nach. Das konnte er großartig. Man hörte richtig den Motor aufheulen. Aber sie waren noch nicht bei den Rosen angekommen, als ein Fenster aufging und eine zornige Stimme rief: ùWas soll den das? Hast d u den Bengel in den Garten gelassen, Lisbeth?" ùEr tut nichts Böses", antwortete Elisabeth. ,Er schiebt mich auf meinen eigenen Wunsch zu den Rosen hinüber." ùMußt d u unbedingt den ungezogensten Bengel des Viertels in unseren Garten locken?" rief die Stimme. ùDu irrst dich", sagte Elisabeth ruhig. ,Dieser hier ist kein Bengel und auch nicht ungezogen." ùWas weißt denn du/" tönte die Stimme heiser. Aber dabei blieb's. Das Fenster schloß sich, und Sascha schob den Rollstuhl zu den Rosen. ùWunderbar", rief Elisabeth. ,Was für ein Duft! Riech doch mal - " Sascha schnupperle. Wirklich, er konnte die Rosen auch riechen. Sie rochen so sanft. ùIch habe mir schon so lunge gewünscht, zu den Rosen zu kommen", sagte Elisabeth glücklich, ,aber niemand hat Zeit für mich gehabt. Kennst du die Geschichte von der Nachtigall und d e r Rose?" Sascha kannte sie nicht, und Elisabeth erzählte sie ihm. Die war so ganz anders als das, was e r bisher gehört hatte, daß er mit offenem Mund lauschte.
Da schlug die Kirchenuhr zwölf. Sascha hörte den Lärm der [ Kinder, die aus der Schule stürmten. ùJetzt muß ich gehen", sagte e r hastig. ùAber am Nachmittag komm ich wieder." ùSchieb mich bitte erst unter das Dach zurück", sagte Elisabeth. ùUnd vergiß nicht zu kommen. Ich warte auf dich." Er kam. Er brachte ihr eine Apfelsine mit, die er bei Frau Beyer geklaut hatte. ùDie riecht auch", sagte er und hielt sie ihr vors Gesicht. A m nächsten Tag war er wieder da, mit einer verstaubten Löwenzahnblüte. Am dritten Tag schob er Elisabeth durch das ganze Viertel und erzählte ihr, was er sah. Die Leute staunten. ùIst das wirklich Sascha?" fragten sie einander. ùMan kann doch die alte blinde Frau nicht so einem Burschen wie Sascha anvertrauen. Der ist imstande, sie irgendwo stehenzulassen!" Aber d a kannten sie Soscha schlecht. Er war zuverlässig. Er ließ Elisoheth nirgends stehen. Er kam jeden Nachmittag zu ihr, und fast immer brachte er ihr ehvas mit: mal eine Raupe, die er über ihre Hand kriechen ließ, mal ein Tütchen Brausepulver, das nicht einmal gestohlen war, oder einen Stengel Kamille, den er vor ihrer Nase zerrieb. Wenn das Wetter schön war, fuhrer sie durch das Viertel. Danach machten sie zusammen Hausaufgaben - denn Elisaheth hatte erreicht, daß er nicht mehr schwänzte. Waren die Hausaufgaben fertig, erzählte Elisabeth eine Geschichte. Geschichten mochte Soscha besonders gern. Manchmal sangen sie auch zusammen. Sascha hafte eine schöne Stimme. Das hatte er bisher nicht gewußt. Elisabeth brachte ihm viele Lieder bei. A m liebsten sang er Sah ein Knab' ein Röslein stehn. Bald konnten sie zweistimmig singen. Das klang wirklich gut. Wenn es zu dämmern begann, kam Elisabeths Schwester heraus und schob Elisabeth ins Haus. i ùBis morgen!" rief ihr Sascha nach. ùBis morgen, Sascha - und gib gut acht bei dem Diktatg" rief Elisabeth zurück und winkte. Zwei Jahre lang waren sie unzertrennlich. Elisabeth langweilte sich nicht mehr im Gärtchen, und Sascha zog nicht mehr die Nase hoch und war nicht mehr der Schrecken des Viertels. I i: ùIst es nicht rührend, wie er sich um die alte Frau kümmert?"
, sagten jetzt die Leute zueinander. ùWer hätte ihm das zugetraut?" Sein Zeugnis besserte sich. Er hatte keine Angst mehr vor der Schule. Es kam sogar soweit, daß ihn die Lehrerin lobte. ,Das ist ein sehr schöner Aufsatz", sagte sie. ùWoher hast du denn diese Geschichte?" ùVon der Elisabeth", antwortete er. ùWer ist Elisabeth?" fragte die Lehrerin erstaurnt. ùMeine Freundin", sagte Sascha.